Häufig gestellte Fragen

hornhauttransplantation-2.jpgDie Informationen auf dieser Seite haben wir für alle Patientinnen und Patienten, die eine Spenderhornhaut erhalten werden bzw. bereits transplantiert sind, zusammengestellt. 

Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an

Telefonnummer +49 221 478-3606 oder
E-Mail

Bitte vergessen Sie niemals: durch eine Hornhautspende wurde Ihnen durch die Hilfe von einem verstorbenen Menschen die Sehkraft zurückgegeben.

 


 

Vor der Operation

Woher stammt die Spenderhornhaut?

Ein Hornhauttransplantat stammt immer von einem verstorbenen Menschen. Bisher besteht leider keine Möglichkeit die Augenhornhaut komplett durch künstliches oder tierisches Gewebe zu ersetzen. Eine Hornhautspende ist immer freiwillig, anonym und unentgeltlich. In Deutschland gilt die „Zustimmungsregelung“ bei Organ- und Gewebespende. Dies bedeutet dass nach dem Versterben eines möglichen Spenders immer die nächsten Angehörigen kontaktiert werden, deren Zustimmung zur Spende erforderlich ist. Der mutmaßliche Wille des Verstorbenen wird hierbei immer berücksichtigt.

Die Entnahme der Hornhaut erfolgt durch einen erfahrenen Augenarzt. Zudem wird dem Verstorbenen Blut abgenommen. Das entnommene Spendergewebe wird anschließend in einer Hornhautbank aufbewahrt und für eine Transplantation bereitgestellt. Durch strenge Qualitätskontrollen des Gewebes, sowie durch eine Blutuntersuchung des Verstorbenen wird sichergestellt, dass die Hornhaut funktionstüchtig ist und keine ansteckenden Krankheiten durch die Transplantation auf den Empfänger übertragen werden können.

Wie lange muss ich auf mein Transplantat warten?

Leider ist die Bereitschaft zur Organ- und Gewebespende insgesamt gering. Die Wartezeit ergibt sich unter anderem aus der Dringlichkeit (Notfall, Schmerzen etc.) und der Sehschärfe.

Ich habe bereits einen Termin zur Hornhauttransplantation erhalten, kann diesen jedoch nicht wahrnehmen. Was muss ich tun?

In diesen Fällen bitten wir Sie, dringendst und unmittelbar unsere Hornhautbank direkt zu kontaktieren! Das Transplantat steht am Aufnahmetag für Sie bereit. Die Transplantation erfordert einen hohen logistischen und zeitlichen Aufwand, da die Spenderhornhaut nur eine begrenzte Haltbarkeit hat. Bei rechtzeitiger Absage kann in der Regel zeitnah ein anderer Patient für die Spenderhornhaut gefunden werden.

Ich stehe auf der Warteliste, jedoch ist bei mir keine Transplantation in der nächsten Zeit möglich.

Bitte verständigen Sie in diesen Fällen unmittelbar die Hornhautbank, sodass Ihr Termin zur Hornhauttransplantation verschoben werden kann. Bitte melden Sie sich in der Hornhautbank sobald Sie wieder für eine Hornhauttransplantation zur Verfügung stehen.

Meine Kontaktdaten haben sich geändert.

Bitte teilen Sie eine Adressänderung sowie eine Änderung Ihrer Telefonnummer unmittelbar der Hornhautbank mit, damit Sie für uns erreichbar bleiben.

Wann erfahre ich meinen Termin zur Hornhauttransplantation?

Nach Aufnahme auf unsere Warteliste dauert es aktuell mehrere  Monate bis zur Transplantation. Sobald eine geeignete Spenderhornhaut für Sie gefunden wurde, werden Sie ca. vier bis sechs Wochen im Voraus durch unsere Hornhautbank kontaktiert und zur Hornhauttransplantation in unsere Augenklinik einbestellt. Sie können die Hornhautbank zu Geschäftszeiten unter der Telefonnummer +49 221 478-3606 oder per E-Mail an [Email protection active, please enable JavaScript.] erreichen.

Was passiert vor der Operation?

In der Regel werden Sie am Tag vor der geplanten Transplantation in der Augenklinik stationär aufgenommen. Bitte bringen Sie einen Einweisungsschein von Ihrem Hausarzt mit und denken Sie an Ihren Medikamentenplan. Bitte nehmen Sie, sofern nicht anders mit Ihnen vorab besprochen, alle von Ihrem Hausarzt verordneten Medikamente weiterhin ein.

Am Tag vor der Operation werden die Augen noch einmal gründlich untersucht und Sie werden ausführlich über die geplante Hornhauttransplantation aufgeklärt. Zusätzlich werden in der Regel Funktionsuntersuchungen der Hornhaut in unserem Fotolabor durchgeführt.

Da für den operativen Eingriff in der Regel eine Vollnarkose erforderlich ist, findet zudem ein Gespräch mit dem Narkosearzt statt.

Es wird immer nur an einem Auge eine Hornhaut transplantiert. Sofern bei Ihnen an beiden Augen eine Hornhauttransplantation erforderlich ist, wird in der Regel zunächst am Auge mit der schlechteren Sehschärfe begonnen. Der Zeitpunkt für eine Hornhauttransplantation am zweiten Auge wird je nach Heilungsverlauf festgelegt. Auch bei komplikationslosem Verlauf liegt in der Regel ein Intervall von einem Jahr zwischen beiden Augen.

Wie läuft der Eingriff ab?

Bitte informieren Sie sich in unseren Patientenvideos über den Ablauf des Eingriffs.


 

Nach der Operation

Was passiert nach der Hornhauttransplantation?

hornhauttransplantation-4.jpgUnmittelbar nach der Operation wird das operierte Auge mit einem sterilen Augenverband bis zum Folgetag verschlossen und Sie werden aus dem OP zurück auf Ihre Station in der Augenklinik gebracht.

Bitte nehmen Sie den Augenverband nicht selbstständig ab und reiben Sie nicht am operierten Auge. Sollten Schmerzen nach der Operation auftreten, zögern Sie bitte nicht das Pflegepersonal hierüber zu informieren.

Nach der Transplantation sind anfangs engmaschige Kontrollen des Transplantats erforderlich. In der täglichen Visite werden Sehvermögen, Augeninnendruck und die Funktionsfähigkeit des Transplantats überprüft. Bei komplikationslosem Verlauf müssen Sie im Durchschnitt mit ca. fünf Tagen stationärem Aufenthalt rechnen.

Am ersten Tag nach der Operation wird mit einer intensiven Augentropfen-Therapie begonnen, um das Risiko von Infektionen oder eine Abstoßungsreaktion des Transplantats zu minimieren. Die Anwendungshäufigkeit und der Wirkstoff werden individuell festgelegt und in den späteren Verlaufskontrollen reduziert. Unser Pflegepersonal ist Ihnen bei der korrekten Anwendung der Augentropfen gern behilflich. In der Regel ist eine Augentropfen-Behandlung bis zu einem Jahr nach der Operation erforderlich. Am Tag der Entlassung bekommen Sie Ihren individuellen Tropfenplan mit den Entlassungspapieren ausgehändigt.

Sofern Sie eine DMEK erhalten haben, ist zunächst eine  Bettruhe in Rückenlage in den ersten Tagen nach der Transplantation erforderlich. Bitte denken Sie vorab an ggf. ein zusätzliches Kissen oder Nackenrolle, da die lange Rückenlage von vielen Patienten als beschwerlich empfunden wird. Zusätzlich wird der Augeninnendruck engmaschig kontrolliert.

Wann kann ich nach der Operation wieder gut sehen?

In den ersten Tagen nach der Hornhauttransplantation ist das Sehen in der Regel noch sehr verschwommen und es werden nur schemenhaft Umrisse und Farben erkannt, insbesondere wenn bei einer Transplantation einzelner Hornhautschichten, z.B. DMEK oder DSAEK Luft oder Gas in die vordere Augenkammer gefüllt wurden, damit das Transplantat anwachsen kann. In der Regel klart das Sehen innerhalb der ersten Wochen nach der Transplantation zunehmend auf, es kann jedoch bis zu mehrere Monate dauern, bis die endgültige Sehschärfe erreicht wird. Da sich während dieser Zeit auch die Brillenwerte durch das Einheilen des Transplantats ändern können, empfehlen wir mit der Anpassung eines neuen Brillenglases abzuwarten, bis Ihr Augenarzt stabile Brillenwerte misst.

Wann muss ich nach der Entlassung zu meinem Augenarzt gehen?

Bitte suchen Sie in den ersten Tagen nach der Entlassung bereits Ihren Hausaugenarzt zur ersten Verlaufskontrolle auf. Einen vorläufigen Arztbrief bekommen Sie am Tag der Entlassung von uns ausgehändigt, sodass Ihr Augenarzt bestens über den stationären Aufenthalt und die Transplantation informiert ist. Abhängig vom Befund wird Ihr Augenarzt die weiteren Kontrolltermine festlegen, und die anfangs engmaschigen Kontrollintervalle werden schrittweise verlängert.

Was muss ich nach der Entlassung beachten?

Bitte vermeiden Sie am operierten Auge zu reiben. Wenn das Auge in den ersten Tagen nach der Operation noch gereizt ist und tränt, benutzen Sie bitte immer nur saubere Taschentücher und tupfen Sie nur unterhalb des Auges. In den ersten beiden Wochen nach der Hornhauttransplantation sollten Sie das Drücken, Überkopfarbeiten und das Heben schwerer Gegenstände (z.B. Sprudelkisten, Wäschekörbe) vermeiden. Schlafen Sie in dieser Zeit auch nicht auf der Seite des operierten Auges. Sie dürfen nach der Operation problemlos Lesen, Fernsehen oder am Computer arbeiten.

In der Regel müssen Sie in den ersten beiden Wochen nach der Operation mit einer Arbeitsunfähigkeit rechnen.

Duschen, Baden oder Haare waschen können Sie nach der Entlassung wie gewohnt, bitte vermeiden Sie jedoch direkten Kontakt des operierten Auges mit Wasser oder Seife innerhalb der ersten Woche.

Wann Sie wieder selbst mit dem Auto fahren dürfen, hängt von der Gesamtsehschärfe beider Augen und der Sehschärfe des Partnerauges ab. Bitte fragen Sie diesbezüglich Ihren Augenarzt.

Ihre sportlichen Aktivitäten können Sie nach der Entlassung wieder aufnehmen. Mit leichtem Ausdauersport, Radfahren oder Gymnastik kann direkt begonnen werden. Kontaktsportarten (Kampfsport, etc.) oder Ballsportarten sollten nach der Operation zunächst vermieden werden. Bitte vermeiden Sie in den ersten vier Wochen nach der Operation Schwimmen und andere Wassersportarten, da hierbei durch Nasskeime ein erhöhtes Infektionsrisiko möglich ist. Auch Saunagänge sollten in dieser Zeit vermieden werden.

Ich habe Augenschmerzen, was soll ich tun?

Wenn das operierte Auge nach der Entlassung anfängt stark zu schmerzen und möglicherweise auch eine Rötung oder eine Verringerung der Sehkraft auftreten, wenden Sie sich bitte unmittelbar an Ihren Augenarzt. Sollten die Beschwerden an Wochenenden oder Feiertagen auftreten, ist der hausaugenärztliche Notdienst unter der bundesweiten Nummer 116 117 (ohne Vorwahl) erreichbar. In dringenden Fällen können Sie sich auch direkt an unsere Klinik unter der Nummer +49 221 478-4313 oder die nächste Augenambulanz wenden.

Muss ich mit einer Abstoßung der Hornhaut rechnen?

Anders als bei Organtransplantationen handelt es sich bei der Hornhaut um nicht durchblutetes Gewebe. Die Abstoßungsrate ist somit in der Regel wesentlich geringer und eine systemische Immunsuppression in Tablettenform ist bei den meisten Patienten nicht erforderlich. Kortison-haltige Augentropfen minimieren im ersten Jahr nach der Transplantation die Abstoßungsrate und sind anschließend oft nicht mehr erforderlich. Die Häufigkeit der Tropfenanwendung wird bei der Entlassung und in den Verlaufskontrollen individuell mit Ihnen abhängig vom Befund festgelegt.

Was kann ich tun, damit mein Transplantat möglichst lange hält?

Um Ihr Transplantat zu schützen, sind die regelmäßige Anwendung der verordneten Augentropfen und das Wahrnehmen der augenärztlichen Verlaufskontrollen bei Ihrem Augenarzt oder in unserer Hornhautsprechstunde wichtige Voraussetzung. Bitte wenden Sie sich auch außerhalb der Kontrollintervalle an Ihren Augenarzt, wenn Sie eine Veränderung der Sehschärfe bemerken oder Augenschmerzen bekommen.