Allgemeines

Als Transplantation bezeichnet man die Übertragung von Gewebe oder Blut von einem Lebewesen auf ein anderes oder auch von einer Stelle des Körpers an eine andere desselben. Es gibt zwei Formen: die Verstorbenenspende und die Lebendspende.

Wenn ein Mensch sich bereit erklärt hat, Organspender zu sein und durch eine schwere Erkrankung der Hirntod eintritt, wird nach einem gesetzlich geregelten und genau befolgten Ablauf der Hirntod bestätigt und die Organe des Spenders entnommen. Die Verteilung der Organe übernimmt für Deutschland und die weiteren Länder im Verbund Eurotransplant in Holland. Hier ist jeder Empfänger mit allen Details gespeichert, sodass im Falle einer Transplantationsmöglichkeit schnell der passende Empfänger gefunden wird.

Nachdem ein Empfänger gefunden wurde, wird dieser informiert und in seiner Klinik untersucht, ob er oder sie das Organ empfangen kann. Wenn alles in Ordnung ist, wird das Organ zur Zielklinik geflogen und von den dortigen Transplantationschirurgen eingesetzt. Der Empfänger erfährt nicht den Namen des Spenders, kann der Familie aber über Eurotransplant eine Nachricht zukommen lassen.

Von dieser Organspende abzugrenzen ist die Lebendspende, bei der ein Verwandter oder Partner ein Organ spendet. Für die Lebendspende gelten ebenfalls gesetzliche Bestimmungen, die einen Missbrauch ausschliessen. Damit der Organspender in diesem Fall nicht durch die Spende körperliche Nachteile erleidet, werden Spender und Empfänger vorher gründlich untersucht und vorbereitet. In unserem Zentrum werden als Routineverfahren auch blutgruppenungleiche, sogenannte ABO-inkompatible, Nierenlebendspenden durchgeführt.

Durch die fortlaufenden Entwicklungen der Transplantationsmedizin sind die Organfunktionsraten selbst nach Jahren sehr gut und die Transplantation ist zu einem Routineeingriff geworden. Dennoch besteht immer das Risiko einer Abstoßung, bei der der eigene Körper das fremde Organ erkennt und zu bekämpfen versucht. Diese an sich sinnvoll, hier aber nicht gewünschte Abwehr des Körpers wird mit modernen Medikamenten sicher und nebenwirkungsarm unterdrückt, sie werden daher Immunsuppressiva genannt.

Damit das neue Organ dem Empfänger lange Freude macht und seine Funktion lange erhalten bleibt, ist eine gute Vorbereitung und Nachsorge wichtig. Direkt nach der Operation sorgt sich jeden Tag einer unserer Experten um Sie und Ihre neue Niere. Nach der Entlassung kümmern wir uns in unserer Transplantationsambulanz um alle Fragen oder Probleme nach der Transplantation.
Für weitere Fragen zum Thema Nierentransplantation, Lebendspende und ABO-inkompatibler Transplantation können Sie sich jederzeit direkt an uns wenden. Hierzu haben wir eineE-Mail-Adresse eingerichtet. Alternativ können Sie uns im Transplantationsbüro unter +49 221 478-86339 erreichen.

Weiterführende Informationen finden Sie zusätzlich auf den Seiten von Eurotransplant, der Deutschen Stiftung für Organtransplantation oder der Stiftung Lebendspende.